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Werkzeug mit Daten des Wetterdienstes

Hitze-Check nach PLZ: Lohnt sich eine Klimaanlage?

Geben Sie Ihre Postleitzahl ein. Sie sehen, wie oft es bei Ihnen heiß wird und wie sich das seit 1961 verändert hat. Mit zwei Angaben zu Ihrer Wohnung wird daraus ein Urteil.

Hitze-Check für Ihren Ort

Ihre Postleitzahl bleibt auf Ihrem Gerät. Wir laden nur eine Datei für die ersten zwei Ziffern.

Wo liegt Ihre Wohnung?

Die Werte für ein Beispiel werden geladen …

Was die Werte bedeuten

Alle Zahlen sind Mittelwerte pro Jahr. Sie gelten für die Mitte Ihrer Postleitzahl.

  • Heißer Tag: Die Luft wird an diesem Tag mindestens 30 °C warm.
  • Sommertag: Die Luft wird mindestens 25 °C warm.
  • Tropennacht: Die Luft kühlt auch nachts nicht unter 20 °C ab.
  • Stadtwärme: Häuser, Straßen und Plätze speichern am Tag Wärme und geben sie nachts ab. Fachleute nennen das städtische Wärmeinsel. Der Wert zeigt, wie viele Tropennächte die Bebauung zusätzlich bringt.
  • Hitzewarnung: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt amtlich vor starker oder extremer Wärmebelastung. Stark heißt: Die gefühlte Temperatur liegt über etwa 32 °C, und nachts kühlt es kaum ab. Extrem heißt: über 38 °C gefühlt.
  • Fläche Deutschlands: „Heißer als 87 %" heißt: Auf 87 % der Fläche gab es 2016–2025 weniger heiße Tage als bei Ihnen.

Die drei Zeiträume haben einen Grund. 1961–1990 ist der alte Vergleichszeitraum der Wetterdienste. 1991–2020 ist der neue. 2016–2025 zeigt die letzten zehn Jahre.

Drinnen ist es heißer als draußen

Die Zahl der Tropennächte wirkt oft klein. Trotzdem schlafen viele Menschen im Sommer schlecht. Eine Studie aus Augsburg zeigt, warum.

Ein Team der Universitäten Ulm und Augsburg hat im Sommer 2019 rund 600 kleine Messgeräte verteilt. Sie zeichneten alle 15 Minuten die Temperatur im Schlafzimmer auf. Die Forscher werteten die Hitzewelle vom 24. bis 27. Juli aus, jeweils von 22 bis 6 Uhr.

27,4 °CMittel in den Schlafzimmern nachts, Augsburg, Juli 2019
81,5 %der Schlafzimmer lagen im Mittel der Nacht über 26 °C
15–17 °Ctiefste Temperatur draußen in diesen Nächten

Den Wert für draußen haben wir selbst aus dem DWD-Raster für Augsburg bestimmt. Keine dieser Nächte war draußen eine Tropennacht. In den Wohnungen war es trotzdem deutlich wärmer als 20 °C. Die Daten für draußen unterschätzen also, wie heiß es nachts in der Wohnung bleibt.

Die Studie nennt auch eine Schwelle. Lag das Schlafzimmer nachts im Mittel bei 24,9 °C oder mehr, fühlten sich die Menschen stärker belastet als in kühleren Schlafzimmern. Am meisten litten Menschen in Häusern von vor 1919. Am wenigsten belastet waren Menschen im Erdgeschoss, am stärksten ab dem 3. Stock. Diese Unterschiede waren aber klein.

Gut zu wissen: Bei der Studie machten Haushalte freiwillig mit. Vermutlich waren darunter eher Menschen, denen Hitze zu schaffen macht. Augsburg gehört zudem nicht zu den heißesten Städten. In unseren Daten hat Augsburg 11,8 heiße Tage pro Jahr (2016–2025). Das liegt knapp unter dem Mittel für Deutschland mit 12,2.

Für Sie heißt das: Messen Sie selbst. Legen Sie in einer warmen Woche ein Thermometer ins Schlafzimmer. Lesen Sie morgens den tiefsten Wert der Nacht ab. Liegt er oft über 25 °C, ist das ein Zeichen, dass Hitzeschutz allein nicht reicht.

So entsteht das Urteil

Das Werkzeug vergibt Punkte. Die Regeln sind eine Festlegung unserer Redaktion. Sie beruhen nicht auf einer Norm.

Merkmal0 Punkte1 Punkt2 Punkte3 Punkte
Heiße Tage pro Jahr, 2016–2025unter 55 bis unter 1010 bis unter 15ab 15
Warme Nächte: Tropennächte plus Stadtwärmeunter 22 bis unter 8ab 8–
Lage der WohnungErdgeschoss oder Mitteoberste EtageDachgeschoss–
Es geht vor allem um den Schlafneinja––

Höchstens 8 Punkte sind möglich. Bei 0 bis 3 Punkten lautet das Urteil „Eher nicht nötig". Bei 4 oder 5 Punkten „Kann sich lohnen". Ab 6 Punkten „Lohnt sich wahrscheinlich".

Warum diese Gewichte? Die Hitze am Ort zählt am meisten, darum gibt es dafür bis zu 3 Punkte. Warme Nächte zählen, weil die Wohnung sich dann nicht erholt. Unter dem Dach staut sich die Wärme des Tages. Und wer vor allem schlafen will, braucht kühle Nächte, nicht nur kühle Nachmittage.

Rechenbeispiel: 79098 Freiburg, Erdgeschoss, nicht vor allem für den Schlaf. 19,9 heiße Tage geben 3 Punkte. 0,4 Tropennächte plus 6,5 durch Stadtwärme ergeben 6,9 warme Nächte, also 1 Punkt. Die Lage gibt 0 Punkte. Summe 4: „Kann sich lohnen". Im Dachgeschoss wären es 6 Punkte: „Lohnt sich wahrscheinlich".

Das Urteil ersetzt keinen Blick in Ihre Wohnung. Große Fenster nach Süden oder Westen, ein schlecht gedämmtes Dach oder viel Technik im Raum machen es wärmer. Ein schattiger Altbau mit dicken Wänden bleibt kühler. Was ohne Gerät hilft, steht auf der Seite Wohnung kühlen ohne Klimaanlage. Mehr zu Rollläden und Folien finden Sie unter Sonnenschutz.

So schätzen wir die Tage mit Kühlbedarf

Das Werkzeug schätzt, an wie vielen Tagen Sie eine Klimaanlage einschalten würden. Die Regel hängt von der Lage ab:

  • Erdgeschoss oder mittlere Etage: so viele Tage, wie es heiße Tage gibt.
  • Oberste Etage: die Mitte zwischen heißen Tagen und Sommertagen.
  • Dachgeschoss: so viele Tage, wie es Sommertage gibt.

Das ist eine Faustregel, keine Messung. Mit dem Wert öffnen Sie den Stromkostenrechner. Die Tage sind dann schon eingetragen.

Für Freiburg (79098) mit unserem Standardgerät sieht das so aus. Das Gerät ist ein Split-Gerät mit 2,5 kW Kälteleistung. Es nimmt 0,63 kW Strom auf und läuft 8 Stunden am Tag. Der Strom kostet 35 Cent je kWh. Ein Betriebstag kostet damit 1,76 €.

LageTage mit KühlbedarfStromkosten pro Jahr
Erdgeschoss oder Mitte20etwa 35 €
Oberste Etage48etwa 85 €
Dachgeschoss76etwa 134 €

Rechenweg Dachgeschoss: 0,63 kW × 8 h × 0,35 € = 1,76 € pro Tag. Mal 76 Tage sind das etwa 134 €.

Methode und Grenzen

Ort. Für jede Postleitzahl nehmen wir den Mittelpunkt aller Orte, die GeoNames für sie führt. Dort bilden wir den Mittelwert aus 3 × 3 Rasterfeldern von je 1 km². Große Postleitzahlen auf dem Land reichen oft vom Tal bis auf eine Höhe. Dort kann es an Ihrem Haus wärmer oder kühler sein. Für Postleitzahlen von Firmen und Postfächern zeigen wir den Wert an deren Adresse.

Heiße Tage und Sommertage. Grundlage sind die Jahresraster des DWD von 1951 bis 2025 mit 1 km Auflösung. Der DWD rechnet sie aus den Werten seiner Messstationen und aus der Höhe jedes Ortes. Unsere Mittelwerte haben wir mit den Mittelwerten des DWD für 1961–1990 und 1991–2020 verglichen. Im Mittel weichen sie um weniger als 0,1 Tage ab.

Tropennächte. Diese Werte haben wir selbst gezählt. Grundlage sind die täglichen Tiefstwerte aus dem Datensatz HYRAS-DE des DWD, ebenfalls mit 1 km Auflösung. Wir zählen jeden Tag mit einem Tiefstwert von mindestens 20,0 °C. Tropennächte sind in Deutschland selten. Darum schwanken die Werte stark. Der DWD weist darauf hin, dass sich das Netz der Messstationen über die Jahre verändert hat. Bei einzelnen Orten kann das die Werte verschieben.

Stadtwärme. Das Raster bildet die Wärme von Städten nur zum Teil ab. Der DWD schätzt sie im Projekt UHI-MAP mit einem Modell. Wir nutzen die Fassung mit der Landnutzung von 2018 und das Mittel der Jahre 2015–2024. Für das Urteil zählen wir Tropennächte und Stadtwärme zusammen. Das ist eine grobe Näherung, denn beide Werte stammen aus verschiedenen Verfahren.

Hitzewarnungen. Der DWD veröffentlicht alle Hitzewarnungen seit 2005 je Warngebiet. Ein Warngebiet ist meist ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt. Manchmal fasst der DWD Stadt und Landkreis zusammen. Manchmal teilt er einen Kreis, etwa in Küste und Binnenland. Dann zählen wir einen Tag, wenn mindestens ein Teil gewarnt war. Nach den Kreisreformen in Sachsen-Anhalt (2007), Sachsen (2008) und Mecklenburg-Vorpommern (2011) zählen wir erst ab dem Jahr, ab dem es den heutigen Kreis in den Daten gibt. Wichtig: Der DWD hat die Regeln für Warnungen mehrmals geändert. Die Zahlen eignen sich darum nicht, um einen Trend abzulesen.

Datenstand. DWD-Daten bis einschließlich 2025, abgerufen am 8. Oktober 2026. Wir aktualisieren die Werte, sobald der DWD die Raster für 2026 veröffentlicht. Das Programm, das die Daten aufbereitet, ist Teil dieser Website und kann jederzeit neu laufen.

Fragen zum Hitze-Check

Warum zeigt der Hitze-Check so wenige Tropennächte?

Tropennächte sind in Deutschland selten. Im Mittel über die ganze Fläche gab es 2016–2025 weniger als eine pro Jahr. Mitten in einer Stadt sind es mehr. Diesen Anteil zeigt der Wert Stadtwärme. In der Wohnung bleibt es oft noch wärmer als draußen.

Wie genau sind die Werte für meine Straße?

Nicht auf die Straße genau. Die Werte gelten für ein Gebiet von 3 × 3 km um die Mitte Ihrer Postleitzahl. Ein Hang, ein Park oder ein Fluss in der Nähe kann viel ausmachen.

Wird meine Postleitzahl gespeichert?

Nein. Ihr Browser lädt eine Datei mit allen Postleitzahlen, die mit denselben zwei Ziffern beginnen. Die Auswahl passiert auf Ihrem Gerät. Die Postleitzahl steht auch nicht in der Adresse der Seite.

Warum gibt es für 2026 noch keine Werte?

Der DWD veröffentlicht die Jahresraster erst, wenn das Jahr vorbei ist und die Daten geprüft sind. Darum enden alle Reihen mit 2025.

Warum sinkt der Wert bei mir in den letzten Jahren?

Das kann echte Schwankung sein, denn einzelne Jahre sind sehr verschieden. Bei Tropennächten kann auch eine Messstation dahinterstecken, die verlegt oder geschlossen wurde. Ein Beispiel ist Berlin: Die Station am Alexanderplatz hat nur bis 2015 gemessen. Seitdem zeigt das Raster für die Berliner Mitte weniger Tropennächte. Schauen Sie auf die Hitzestreifen: Dort sehen Sie jedes einzelne Jahr.

Quellen

  • Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center: Jahresraster Heiße Tage und Sommertage für Deutschland, 1951–2025, Version v1.0 – https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/grids_germany/annual/hot_days/ – abgerufen 8. Oktober 2026, Lizenz CC BY 4.0, Quelle: Deutscher Wetterdienst
  • Deutscher Wetterdienst: Mehrjährige Mittel Heiße Tage und Sommertage, 1961–1990 und 1991–2020 – https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/grids_germany/multi_annual/ – abgerufen 8. Oktober 2026
  • Deutscher Wetterdienst: HYRAS-DE, tägliches Minimum der Lufttemperatur, Version v6-1 – https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/grids_germany/daily/hyras_de/air_temperature_min/ – abgerufen 8. Oktober 2026, Lizenz CC BY 4.0
  • Deutscher Wetterdienst: UHI-MAP, Urban Heat Island Rasterdatensatz für Deutschland, Version 7.0, Parameter tropical_nights_diff – https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/grids_germany/annual/Project_UHI-MAP/ – abgerufen 8. Oktober 2026
  • Deutscher Wetterdienst: Historische Hitzewarnungen in Deutschland, Version v001, mit Datensatzbeschreibung und Warnkriterien – https://opendata.dwd.de/climate_environment/health/historical_alerts/heat_warnings/ – abgerufen 8. Oktober 2026
  • Deutscher Wetterdienst: Liste der Warnzellen (Kreise und ihre Kennungen) – https://www.dwd.de/DE/leistungen/opendata/help/warnungen/cap_warncellids_csv.csv – abgerufen 8. Oktober 2026
  • GeoNames: Postleitzahlen Deutschland (DE.zip) – https://download.geonames.org/export/zip/ – abgerufen 8. Oktober 2026, Lizenz CC BY 4.0
  • Beckmann, S. K., Hiete, M., Beck, C. (2021): Threshold temperatures for subjective heat stress in urban apartments – Analysing nocturnal bedroom temperatures during a heat wave in Germany. Climate Risk Management 32, 100286 – https://doi.org/10.1016/j.crm.2021.100286
  • Regeln für Urteil und Kühlbedarf: eigene Festlegung dieser Website, Stand Oktober 2026

Als Nächstes

  • EntscheidungshelferDrei Fragen führen zur ersten Empfehlung: mobil, Split, mobiles Split oder Wandgerät. Dazu erklären wir Regeln, Grenzen und zeigen Beispiele.
  • StromkostenrechnerBerechnen Sie die Stromkosten Ihrer Klimaanlage pro Tag und pro Jahr. Mit Stromaufnahme, Betriebsstunden und Strompreis. Der Rechenweg ist einfach erklärt.
  • Heißeste StädteRegensburg, Darmstadt, Mannheim: Hier gab es 2016–2025 die meisten heißen Tage. Alle 80 Großstädte im Vergleich, mit Karte und Tropennächten.
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