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Rechner mit Sonnendaten für Ihre Region

Sonnenschutz-Rechner: Wie viel Hitze kommt durchs Fenster, und was hält sie ab?

Außen schlägt innen. Ein Rollladen oder Raffstore vor der Scheibe hält 70 bis 90 % der Sonnenwärme ab, ein helles Rollo hinter der Scheibe nur etwa 25 %. Und im Juni und Juli bringen Fenster nach Osten und Westen zur Spitzenzeit mehr Hitze als Fenster nach Süden.

Sonnenschutz-Rechner

Wie viel Sonnenwärme kommt durch Ihr Fenster, und wie viel hält welcher Schutz ab? Die Werte ändern sich sofort, wenn Sie etwas eintragen.

Ohne Eingabe: Mittel für Deutschland. Nur die ersten zwei Ziffern zählen.
Wetter
Fenster zeigt nach
Glasanteil ändernDer Rahmen lässt keine Sonne durch. Bei üblichen Fenstern ist das Glas etwa 70 % der Fläche. Haben Sie die Glasfläche selbst gemessen, tragen Sie diese als Breite und Höhe ein und stellen hier 100 % ein.

Der Rechner lädt die Sonnendaten …

Sonnenwärme im Raum über den Tag

Tippen oder mit den Pfeiltasten über die Kurve fahren: Sie sehen die Werte je Stunde. Uhrzeit in Sommerzeit (MESZ).

Strahlung: PVGIS 5.3, EU Joint Research Centre. Berechnung: Feinklima.

Werte als Tabelle

Was jeder Sonnenschutz bei diesem Fenster bringt

Wärme zur heißesten Stunde, sortiert von wenig nach viel. Tippen Sie auf eine Zeile, dann rechnet der Rechner oben damit.

Welche Himmelsrichtung die meiste Hitze bringt

Dasselbe Fenster ohne Sonnenschutz, in alle acht Richtungen gedreht. Zur heißesten Stunde.

So rechnet das Werkzeug: Wärme = Strahlung × Glasfläche × g-Wert × Fc-Wert. Die Strahlung kommt für jede Stunde aus PVGIS. Der g-Wert gilt für das Glas, der Fc-Wert für den Sonnenschutz. Alle Werte und Quellen stehen weiter unten auf der Seite.

Drei Regeln, die der Rechner zeigt

Spielen Sie mit dem Rechner, und Sie sehen immer wieder dieselben drei Muster. Die Zahlen unten gelten für ein Fenster mit 1,30 × 1,40 m und Zweifach-Wärmeschutzglas an einem wolkenlosen Julitag, im Mittel für Deutschland.

75 %hält ein Raffstore außen ab (Lamellen 45°)
25 %hält ein helles Rollo innen ab
+27 %mehr Hitze zur Spitzenzeit am Westfenster als am Südfenster
+69 %mehr Strahlung auf ein Dachfenster mit 45° als auf ein Südfenster
  1. Der Schutz gehört vor das Glas. Ein Raffstore außen senkt die Spitze am Südfenster von 430 W auf 110 W. Ein helles Rollo innen schafft nur 320 W.
  2. Ost und West sind im Juni und Juli die Problemfenster. Am Westfenster kommen bis zu 550 W herein, am Südfenster 430 W.
  3. Dachfenster sind die heißesten Fenster. Ein Dachfenster mit 45° Neigung nach Süden bekommt im Juli fast 1.000 W Sonnenstrahlung je Quadratmeter.

Ein Raffstore ist eine Außenjalousie mit breiten Lamellen, die sich drehen lassen. Die Prozentwerte stammen aus der Norm DIN 4108-2, die Strahlung aus den Satellitendaten der EU. Wie beides zusammenkommt, steht unten unter „Methode und Grenzen“.

Warum außen so viel mehr bringt als innen

Ein großer Teil des Sonnenlichts geht durch die Scheibe, bei Wärmeschutzglas etwa 60 % der Energie. Trifft das Licht im Raum auf etwas, wird es zu Wärme. Ein Rollo innen fängt das Licht erst hinter dem Glas auf. Es wird selbst warm und gibt diese Wärme an die Zimmerluft ab. Nur den Teil, den es zurückspiegelt, schickt es wieder durch die Scheibe hinaus.

Ein Schutz außen hält die Strahlung auf, bevor sie das Glas erreicht. Er wird in der Sonne heiß, aber diese Wärme geht an die Außenluft. Die Verbraucherzentrale bringt es auf den Punkt: „Sonnenschutz von außen ist am wirksamsten!“

Wie groß der Unterschied ist, zeigt der Fc-Wert. Das ist der Abminderungsfaktor der Norm DIN 4108-2. Er sagt, welcher Anteil der Sonnenwärme trotz Schutz noch hereinkommt. Fc 0,25 heißt: Ein Viertel kommt durch, drei Viertel bleiben draußen. Je kleiner der Wert, desto besser.

SonnenschutzFc-Wert und Wirkung
kein Schutz1,00, hält nichts ab
innen, dunkler oder durchsichtiger Stoff0,85 bis 0,90, hält 10 bis 15 % ab
innen, helles Rollo oder heller Vorhang0,75 bis 0,80, hält 20 bis 25 % ab
innen, weiß oder spiegelnd, kaum durchsichtig0,65 bis 0,70, hält 30 bis 35 % ab
außen, Markise oder Vordach über dem Fenster0,50 bis 0,55, hält 45 bis 50 % ab
außen, Rollladen zu drei Vierteln zu0,30 bis 0,35, hält 65 bis 70 % ab
außen, Senkrechtmarkise vor dem Fenster0,25 bis 0,30, hält 70 bis 75 % ab
außen, Raffstore, Lamellen 45°0,25 bis 0,30, hält 70 bis 75 % ab
außen, Raffstore fast zu (10°)0,15 bis 0,20, hält 80 bis 85 % ab
außen, Rollladen ganz zu0,10 bis 0,15, hält 85 bis 90 % ab

Die Spannen entstehen, weil die Norm je nach Glas leicht andere Werte nennt: für Zweifachglas, Dreifachglas und Sonnenschutzglas. Hinter Dreifachglas wirkt ein Rollo innen etwas schlechter. Die Werte für „fast zu“ und „ganz zu“ nennt die Norm nur zur Information, weil der Raum dann sehr dunkel ist. Die Markise über dem Fenster erreicht 0,50 nur, wenn keine Sonne mehr direkt auf das Glas fällt.

Das Umweltbundesamt (UBA) kommt zum selben Ergebnis: Ein Schutz außen hält 80 bis 90 % der Sonneneinstrahlung ab, Rollos innen nur 5 bis 45 %.

Mythos: Dreifachglas hält die Sommerhitze ab.

Fakt: Dreifachglas lässt nur etwas weniger Sonnenwärme durch als Zweifachglas: Der g-Wert liegt bei etwa 0,5 statt 0,6. Am Westfenster aus dem Beispiel sinkt die Spitze von 550 W auf 460 W. Ein Raffstore außen drückt sie auf 140 W.

Ost und West: die heißesten Fenster im Juni und Juli

Man könnte meinen, das Südfenster sei das heißeste. Im Juni und Juli stimmt das nicht. Das zeigen die Satellitendaten für ganz Deutschland:

Ost- und Westfenster bekommen im Juli mehr Sonne als Südfenster

Strahlung auf ein senkrechtes Fenster an einem wolkenlosen Julitag, Mittel für Deutschland, in Watt je Quadratmeter Fensterfläche. Uhrzeit in Sommerzeit.

02004006008006 Uhr9 Uhr12 Uhr15 Uhr18 Uhr21 UhrOsten 720 W, 9 UhrWesten 720 W, 18 UhrSüden 570 W, 13–14 UhrNorden, höchstens 170 W
02004006008006 Uhr12 Uhr18 UhrOst 720 W, 9 UhrWest 720 W, 18 UhrSüd 570 W, 13–14 UhrNord, höchstens 170 W
Am ganzen Tag: Osten 4,2, Westen 4,3, Süden 3,9, Norden 1,4 kWh je m². Daten: PVGIS 5.3 (EU JRC), Modell für wolkenlosen Himmel, Mittel aus 96 PLZ-Regionen. Auswertung: Feinklima.

Der Grund ist der Stand der Sonne. Mittags steht sie im Juli in Deutschland um die 60 Grad hoch. Ihre Strahlen fallen dann steil auf eine Südwand und streifen die Scheibe eher. Morgens und abends steht die Sonne tief im Osten und Westen. Dann treffen ihre Strahlen ein Ost- oder Westfenster fast von vorn.

An einem durchschnittlichen Julitag mit Wolken ist der Abstand kleiner, aber er bleibt: Osten 470 W je m², Westen 450 W je m², Süden 400 W je m². Ab August holt das Südfenster auf. Im September liegt es vorn, weil die Sonne mittags tiefer steht.

Was das im Alltag heißt

Ein Ostfenster braucht den Schutz schon am frühen Morgen, ein Westfenster bis in den Abend. Das UBA rät, den Sonnenschutz zu schließen, sobald die Sonne auf das Fenster scheint, zum Beispiel früh morgens bei Ostfenstern.

Auch ein Nordfenster bekommt im Sommer etwas direkte Sonne, früh am Morgen und spät am Abend. Mit rund einem Viertel der Spitze eines Westfensters bleibt es aber das kühlste Fenster.

Die Region spielt eine kleinere Rolle als die Himmelsrichtung. Zwischen den 96 Postleitzahl-Regionen liegen die Spitzen um 15 bis 30 % auseinander. Zwischen Nord- und Westfenster liegt am wolkenlosen Tag etwa der Faktor 4.

Welcher Schutz für welchen Fall

Ihre LageGute WahlWarum
Mietwohnung, keine Erlaubnishelles oder weißes Rollo innen, am besten mit spiegelnder Seite zum GlasDas dürfen Mieter meist ohne Genehmigung. Es hält 25 bis 35 % ab.
Ost- oder Westfenster im EigentumRaffstore, Rollladen oder Senkrechtmarkise außenDie tiefe Sonne kommt von vorn. Ein Vordach oder eine Markise oben hält sie dann nur schlecht ab.
SüdfensterRaffstore oder Rollladen außen; ein Vordach kann helfenMittags steht die Sonne hoch. Ein Vordach beschattet dann einen Teil des Fensters.
DachfensterHitzeschutz-Markise oder Rollladen außenDachfenster bekommen die meiste Strahlung. Folienanbieter raten bei Dachfenstern oft ab.
SchlafzimmerRollladen außenEr hält Wärme ab und verdunkelt.
Altbau mit EinfachglasSchutz außen; als Notlösung eine FolieFür einfaches Glas geben Folienhersteller ihre Folien meist frei.

Ein Rollladen hat einen Panzer aus Lamellen, der sich von oben herablässt. Ganz zu hält er am meisten ab, nimmt aber das Tageslicht. Zu drei Vierteln geschlossen bleibt etwas Licht, dann sinkt die Wirkung auf etwa 70 %. Ein Raffstore mit schrägen Lamellen lässt Licht herein und hält trotzdem drei Viertel der Wärme draußen.

Eine Senkrechtmarkise ist ein Stoff, der vor dem Fenster herunterfährt. Die Norm rechnet ihr Fc 0,25 zu, wenn der Stoff dicht ist und weniger als 15 % Licht durchlässt. Eine Gelenkarmmarkise über dem Balkon beschattet das Fenster nur, wenn ihr Schatten das ganze Glas trifft.

Für das Dachgeschoss lohnt der Blick auf das ganze Dach: Klimaanlage im Dachgeschoss und Dachgeschoss kühl haltenfolgt.

Sonnenschutzfolie: was eine Hitzeschutzfolie kann

Eine Folie klebt auf der Scheibe und spiegelt einen Teil der Sonnenstrahlung zurück. Wie gut das klappt, steht im Datenblatt als g-Wert. Der g-Wert ist der Anteil der Sonnenenergie, der durch die Scheibe kommt, auch der Teil, den die erwärmte Scheibe nach innen abgibt.

Ein Folienhersteller (Haverkamp) nennt für seine Folien auf einfachem Glas mit 3 mm diese g-Werte. Einfaches Glas ohne Folie hat etwa 0,87.

Folieg-Wert mit Folieentspricht einem Fc von etwaTageslicht, das noch durchkommt
silbern spiegelnd, innen0,20 bis 0,310,23 bis 0,3615 bis 29 %
silbern spiegelnd, außen0,17 bis 0,290,20 bis 0,3315 bis 29 %
hell, kaum getönt, innen0,500,5770 %
hell, kaum getönt, außen0,480,5568 %

Auf einfachem Glas wirkt eine silberne Folie also fast so gut wie ein Rollladen außen. Der Preis ist ein dunklerer Raum, das ganze Jahr. Im Winter fehlt dann auch die Sonnenwärme. Der Rechner nimmt die mittleren Werte und rechnet sie auf Ihr Glas um. Das ist eine Näherung, denn die Hersteller messen auf einfachem Glas.

Achtung: Eine Folie kann die Scheibe springen lassen. Mit Folie nimmt das Glas mehr Wärme auf. Dadurch entstehen Spannungen im Glas. Der Bundesverband Flachglas nennt das Risiko besonders hoch, wenn ein Teil der Scheibe im Schatten liegt oder die Folie nicht die ganze Scheibe bedeckt. Der Hersteller der Isolierverglasung haftet dann nicht. Haverkamp gibt seine Silberfolien für innen nicht für Wärmeschutzglas frei. Prüfen Sie die Freigabe für Ihr Glas, bevor Sie kleben.

Bei einer Umfrage des Bundesverbands Flachglas im September 2026 gaben 57 % der Befragten an, Fälle von Glasbruch durch Wärme in Verbindung mit Folien zu kennen. Ein Anbieter von Folien zum Selbstkleben (d-c-fix) rät von Folien auf Dachfenstern und schrägem Glas ab, ebenfalls wegen Glasbruch.

Werbeversprechen wie „Reduziert die Wärmedurchlässigkeit um >55 %“ (d-c-fix) gelten für die Scheibe mit Folie. Was im Zimmer ankommt, hängt von Ihrem Glas und Ihrem Fenster ab. Probieren Sie im Rechner die Einstellung „Folie“ mit Ihrem Glas aus.

In der Mietwohnung: was Sie dürfen

Innen dürfen Sie meist selbst handeln. Der Berliner Mieterverein schreibt, dass reflektierende Klemm-Rollos, die von innen ans Fenster kommen, keine Genehmigung brauchen. Sie werden ohne Bohren befestigt.

Außen brauchen Sie die Erlaubnis. Der Deutsche Mieterbund schreibt im August 2026: Ohne Zustimmung des Vermieters dürfen Mieter keinen Sonnenschutz außen anbringen. Die Verbraucherzentrale rät, vor der Montage einer Markise um Erlaubnis zu fragen. Auch für Raffstore und Rollladen müssen die Eigentümer zustimmen.

Ein Vermieter darf aber nicht einfach nach Laune ablehnen. Zwei Urteile aus Berlin, beide Einzelfälle:

  • Amtsgericht Pankow/Weißensee, 16.2.2015, Az. 4 C 367/14: Eine Markise ist eine bauliche Veränderung und braucht die Erlaubnis. Der Vermieter darf sie aber nicht willkürlich verweigern.
  • Landgericht Berlin, 13.3.2023, Az. 64 S 322/20: Mieter können einen Anspruch auf Erlaubnis für eine fachgerecht montierte Markise haben. Der Vermieter darf eine Haftpflichtversicherung und eine zusätzliche Sicherung verlangen.

Eine Regel für Folien auf der Scheibe haben wir nicht gefunden. Die Scheibe gehört zur Mietsache, und eine Folie kann das Glas beschädigen. Fragen Sie darum vorher. Der Mieterbund fordert, dass Mieter Hitzeschutz künftig leichter anbringen dürfen. Bisher nennt § 554 BGB nur andere Umbauten, etwa für Barrierefreiheit oder E-Autos. Den Stand dazu und alles zur Klimaanlage in der Miete finden Sie unter Klimaanlage in der Mietwohnung: was erlaubt ist.

Diese Seite ist keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Was Sonnenschutz kostet

Die Preise sind grobe Richtwerte aus Ratgebern und Vergleichsportalen. Sie hängen von Größe, Antrieb und Einbau ab. Die Quellen sagen nicht immer, ob Montage und Mehrwertsteuer enthalten sind. Holen Sie für Arbeiten außen Angebote ein.

SonnenschutzRichtwertQuelle und Stand
Rollo oder Plissee innenab etwa 50 € je Fensteraroundhome, November 2025
Klemmmarkise für den Balkonab etwa 60 €aroundhome, November 2024
Sonnenschutzfolieunter 10 € bis 100 € je m²co2online, Juli 2025
Rollladen, Fenster 80 × 100 cmetwa 400 € von Hand, 700 € mit Motoraroundhome, November 2025
Außenjalousie, Fenster 80 × 100 cmetwa 350 € von Hand, 800 € mit Motoraroundhome, November 2025
Markise500 € bis 2.000 €, große Anlagen bis 5.000 €aroundhome, Oktober 2024
Rollladen für ein Dachfenster550 € bis 800 €energie-experten.org, Juli 2024

Geld zurück vom Finanzamt

Für Sonnenschutz außen gibt es einen Steuerbonus. Er heißt Steuerermäßigung für energetische Sanierung (§ 35c EStG).

  • Wer: Sie wohnen selbst im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung. Das Gebäude ist bei Beginn der Arbeiten älter als zehn Jahre.
  • Was: Neue oder erneuerte Rollläden, Jalousien und Raffstores außen, parallel zur Scheibe. Markisen allgemein und Vordächer zählen nicht. So steht es in der Verordnung zu § 35c, Anlage 4a.
  • Wie viel: 20 % der Kosten. Sie ziehen 7 % im Jahr des Einbaus ab, 7 % im Jahr danach und 6 % im dritten Jahr.
  • Bedingung: Ein Fachbetrieb baut ein und stellt eine Bescheinigung nach amtlichem Muster aus. Für dieselbe Arbeit dürfen Sie keinen Zuschuss und keinen Handwerker-Bonus nach § 35a nutzen.

Sie wohnen zur Miete oder bauen innen ein? Dann bleibt der Handwerker-Bonus nach § 35a EStG: 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 € Steuer im Jahr. Mehr dazu auf der Seite Förderung.

Manche Städte zahlen selbst. Ein Beispiel ist Göttingen: Der KlimaFonds zahlt 25 % für Rollläden und Raffstores außen an Süd- und Westfenstern, aber nur in Gebieten mit starker Hitze laut Stadtklimakarte (Stand Oktober 2026).

Was das für Ihre Klimaanlage heißt

Jedes Watt, das draußen bleibt, muss eine Klimaanlage nicht abführen. Wir rechnen mit unserem Referenzfall: ein Zimmer mit 25 m² und ein normales Fenster. Das Fenster ist 1,30 m breit und 1,40 m hoch. Davon sind etwa 70 % Glas, also 1,27 m², mit Zweifach-Wärmeschutzglas.

Rechenbeispiel: wolkenloser Julitag, Mittel für Deutschland, Spitze am Nachmittag oder Mittag.

Fensterohne Schutzhelles Rollo innenRaffstore außen
nach Süden430 W320 W110 W
nach Westen550 W410 W140 W

Rechnung für Süden ohne Schutz: 566 W je m² × 1,27 m² × 0,60 = 430 W. Mit Raffstore: 430 W × 0,25 = 110 W.

Eine Split-Klimaanlage mit 2,5 kW Kälteleistung ist das übliche Gerät für so ein Zimmer. Das Westfenster allein braucht zur Spitzenzeit 22 % davon. Mit Raffstore sind es noch 6 %. Am ganzen Tag bringt das Westfenster ohne Schutz 3,3 kWh Wärme herein. So viel gibt ein Heizlüfter mit 2.000 W in gut 1,5 Stunden ab.

Darum gilt: erst Sonnenschutz, dann Gerät. Mit gutem Schutz außen kann eine kleinere Leistung reichen, und das Gerät muss weniger Wärme abführen. Wie viel Leistung Ihr ganzer Raum braucht, zeigt der Leistungsrechner. Warum große Fenster die Rechnung so stark verschieben, lesen Sie unter Welche Leistung brauche ich?. Ob es überhaupt ein Gerät sein muss, klärt der Entscheidungshelfer. Alle Wege ohne Gerät, vom Lüften bis zur Dämmung, stehen unter Wohnung kühlen ohne Klimaanlage.

Methode und Grenzen

Die Formel. Der Rechner multipliziert für jede Stunde:

Wärme (W) = Strahlung auf das Fenster (W je m²) × Glasfläche (m²) × g-Wert × Fc-Wert

Diese Rechnung mit g-Wert mal Fc-Wert nutzt auch die Norm DIN 4108-2 für den sommerlichen Wärmeschutz. Die Summe aller Stunden ergibt die Wärme am Tag in kWh.

Die Strahlung. Sie stammt aus PVGIS, einem Dienst der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC). PVGIS wertet Satellitenbilder der Jahre 2005 bis 2023 aus. Für jede Region haben wir die Strahlung auf senkrechte Fenster und auf Dachfenster mit 30° und 45° abgefragt, je in acht Richtungen. „Durchschnitt mit Wolken“ ist der mittlere Tag eines Monats. „Wolkenloser Sonnentag“ ist das Modell von PVGIS für einen Tag ohne Wolken. Die Uhrzeit ist Sommerzeit.

Die Regionen. Der Rechner nutzt die ersten zwei Ziffern der Postleitzahl. Das sind 96 Regionen. Für jede haben wir den Mittelpunkt aller Postleitzahlen bestimmt, aus den frei verfügbaren Daten von GeoNames. Ihre Postleitzahl bleibt in Ihrem Browser. Der Rechner lädt nur die Datei der Region.

Eine Korrektur. Beim wolkenlosen Tag liefert PVGIS die Werte um eine Stunde zu früh beschriftet. Das zeigt der Vergleich mit dem Sonnenstand: Ein Ostfenster bekäme sonst schon vor Mittag keine direkte Sonne mehr. Wir haben diese Werte darum um eine Stunde verschoben. Das Skript prüft das für jede Region einzeln.

Was der Rechner nicht weiß:

  • Schatten von Nachbarhäusern, Bäumen, Balkonen und der Fensterlaibung. Berge und Hügel berücksichtigt PVGIS.
  • Den Winkel. Der g-Wert gilt für Sonne, die senkrecht auf das Glas fällt. Trifft sie schräg auf, spiegelt das Glas mehr zurück. Mittags am Südfenster kommt darum etwas weniger herein, als der Rechner zeigt. Der Vorsprung von Ost und West wird dadurch eher größer.
  • Ihr Produkt. Die Fc-Werte sind Richtwerte der Norm für ganze Gruppen. Hersteller nennen für ihr Produkt oft einen genaueren Wert, den g-Wert mit Sonnenschutz (gtot). Bei Folien rechnen wir mit Herstellerwerten auf einfachem Glas.
  • Die Raumtemperatur. Wie warm es wird, hängt auch von Wänden, Dach, Lüftung, Möbeln und Geräten ab. Der Rechner zeigt nur, wie viel Wärme durch das Fenster kommt.

Der Rechner ersetzt keine Kühllastberechnung nach VDI 2078. So heißt das Verfahren, mit dem Fachbetriebe die Leistung einer Klimaanlage genau bestimmen. Wir haben nichts selbst gemessen.

Fc-Wert, g-Wert, Folie und die richtige Zeit

Was bedeutet der Fc-Wert?

Er sagt, welcher Anteil der Sonnenwärme trotz Sonnenschutz noch in den Raum kommt. Fc 0,25 heißt: 25 % kommen durch, 75 % bleiben draußen. Die Werte stehen in der Norm DIN 4108-2, Tabelle 7.

Wo finde ich den g-Wert meines Fensters?

Im Datenblatt des Fensters oder der Verglasung. Fragen Sie sonst den Fensterbauer. Fehlt der Wert, helfen Richtwerte: Einfachglas etwa 0,87, altes Zweifachglas etwa 0,75, Zweifach-Wärmeschutzglas etwa 0,6, Dreifach-Wärmeschutzglas etwa 0,5. Im Rechner können Sie unter „Verglasung“ auch Ihren eigenen Wert eintragen.

Lohnt sich eine Hitzeschutzfolie?

Eine silberne Folie hält viel Wärme ab, macht den Raum aber das ganze Jahr dunkler. Sie kann die Scheibe springen lassen, vor allem bei Wärmeschutzglas, bei Dachfenstern und bei Teilschatten. Wenn Sie außen nichts anbringen dürfen und das Glas freigegeben ist, kann sie eine Lösung sein. Ein Schutz außen ist besser.

Rollladen ganz zu oder nur halb?

Ganz zu hält ein Rollladen etwa 90 % ab, zu drei Vierteln etwa 70 %. Im leeren Zimmer, zum Beispiel tagsüber im Schlafzimmer, ist ganz zu am besten. Wenn Sie Licht brauchen, ist ein Raffstore mit schrägen Lamellen die bessere Wahl.

Wann muss der Sonnenschutz zu?

Bevor die Sonne auf das Fenster trifft. Bei Ostfenstern ist das am frühen Morgen, bei Westfenstern am frühen Nachmittag. Wann die Sonne Ihr Fenster trifft, zeigt die Kurve im Rechner.

Warum zeigt der Rechner keine Raumtemperatur?

Weil die Temperatur von vielen Dingen abhängt, die der Rechner nicht kennt: Dämmung, Bauweise, Lüftung und Wärme aus Geräten. Er zeigt den größten Einzelposten, die Sonne durch das Fenster. Für die Leistung einer Klimaanlage nutzen Sie den Leistungsrechner.

Quellen

  • PVGIS 5.3, Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle (JRC): Daily radiation (DRcalc), Datenbank PVGIS-SARAH3, 2005–2023 – https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/en/ – abgerufen 8. Oktober 2026; Nutzungsbedingungen laut Handbuch: frei und ohne Einschränkung nutzbar – https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis/getting-started-pvgis/pvgis-user-manual_en
  • GeoNames: Postleitzahlen Deutschland (DE.zip) und Städte (cities15000), Lizenz CC BY 4.0 – https://download.geonames.org/export/zip/ – abgerufen 8. Oktober 2026
  • DIN 4108-2:2013-02, Tabelle 7 „Anhaltswerte für Abminderungsfaktoren FC“, wiedergegeben in: Maas, Schlitzberger: Forschungsbericht F 2869, Fraunhofer IRB Verlag 2013, Tabelle 5-2 – https://www.irbnet.de/daten/rswb/13079032770.pdf – und in: Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz, TR Sonnenschutz, April 2024 (mit Formel gtot = g · FC und Referenzverglasung g = 0,59) – https://rs-fachverband.de/wp-content/uploads/2025/04/TR-Sonnenschutz-April-2024.pdf
  • Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 30.07.2009, Tabelle 2 (g-Werte Einfach- und Isolierverglasung) – https://www.umwelt-online.de/recht/energie/envdatz2009.htm – abgerufen Oktober 2026
  • Wikipedia: Gesamtenergiedurchlassgrad (Werte nach DIN 4108-4) – https://de.wikipedia.org/wiki/Gesamtenergiedurchlassgrad – abgerufen Oktober 2026
  • Zukunft Altbau: Die Hitze aus dem Haus sperren, Presseinformation 14/2023 (g-Werte Wärmeschutzglas) – https://www.zukunftaltbau.de/presse/presseinformationen/die-hitze-aus-dem-haus-sperren/
  • Umweltbundesamt: Gegen die Hitze, das können Sie im Sommer tun (Stand 23.06.2026) – https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/gegen-die-hitze-das-koennen-sie-im-sommer-fuer
  • Verbraucherzentrale: Wohnung kühlen, was hilft gegen Hitze zu Hause? (Stand 26.06.2026) – https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/energetische-sanierung/wohnung-kuehlen-was-hilft-gegen-hitze-zu-hause-27952
  • Haverkamp: Technisches Datenblatt Flachglasfolien, Stand 12/2025 (g-Werte auf 3 mm Einfachglas, Freigabe je Glasart) – https://www.haverkamp.de/fileadmin/haverkamp/01_PDFs/01_Gesamtdatenblaetter_DE_EN/TDB_Flachglasfolien_DE.pdf – Herstellerangabe
  • Bundesverband Flachglas: BF-Information 006/2016 zu nachträglich angebrachten Folien – https://www.bundesverband-flachglas.de/wp-content/uploads/simple-file-list/bf-informationen/BF-Information_006-2016_BF-Information_zu_nachtraeglich_angebrachten_Folien.pdf – und Ergebnisse der Branchenumfrage vom 28.09.2026 – https://www.bundesverband-flachglas.de/2026/09/28/nachtraeglich-angebrachte-folien-auf-isolierglas-ergebnisse-unserer-branchenumfrage/
  • d-c-fix: Sonnenschutzfolie metallisiert, Produktseite mit Hinweisen zu Dachfenstern – https://www.d-c-fix.com/de-de/fensterfolien/funktionsfolien/F3392000.html – abgerufen 8. Oktober 2026 – Herstellerangabe
  • Deutscher Mieterbund: Factsheet Hitzeschutz, Stand August 2026 – https://mieterbund.de/app/uploads/2026/08/20260806_Factsheet_Hitzeschutz_DMB_.pdf
  • Berliner Mieterverein: Miet-Tipp, was tun bei Hitze in der Mietwohnung (August 2022) – https://www.berliner-mieterverein.de/aktuelles/newsletter/miet-tipp-was-tun-bei-hitze-in-der-mietwohnung-nl0822.htm
  • Berliner Mieterverein: LG Berlin, Urteil vom 13.3.2023, 64 S 322/20 (Markise auf dem Balkon) – https://www.berliner-mieterverein.de/recht/mieturteile/markise-auf-dem-balkon.htm – und AG Pankow/Weißensee, Urteil vom 16.2.2015, 4 C 367/14 (Markise) – https://www.berliner-mieterverein.de/recht/mieturteile/markise.htm
  • § 554 BGB, Bauliche Veränderungen durch den Mieter – https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • aroundhome: Sonnenschutz für Fenster (Stand 07.11.2025) – https://www.aroundhome.de/fenster/zubehoer/sonnenschutz/ – Markise, Preise (Stand 31.10.2024) – https://www.aroundhome.de/markise/preise/ – Balkonmarkise (Stand 01.11.2024) – https://www.aroundhome.de/markise/balkon/
  • co2online: Hitzeschutz für Innenräume (Stand 09.07.2025) – https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/anpassung-an-den-klimawandel/hitzeschutz-fuer-innenraeume/
  • energie-experten.org: Sonnenschutz für Dachfenster (Stand 29.07.2024) – https://www.energie-experten.org/bauen-und-sanieren/fenster/dachfenster/sonnenschutz
  • Gesetze im Internet: § 35c EStG – https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35c.html – abgerufen 08.10.2026
  • Gesetze im Internet: Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung, Anlage 4a (Sommerlicher Wärmeschutz) – https://www.gesetze-im-internet.de/esanmv/anlage_4a.html – abgerufen 08.10.2026
  • Stadt Göttingen: KlimaFonds, Förderung Hitzevorsorge und Begrünung – https://nachhaltigkeit.goettingen.de/welche-unterstuetzung-gibt-es-/foerderung-klimafonds/foerderung-hitzevorsorge-und-begruenung/ – abgerufen 08.10.2026

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