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Grundlagen · Kennzahlen

Energielabel lesen: SEER, SCOP, Klassen und dB(A)

Das Energielabel zeigt auf einen Blick, wie sparsam und wie laut ein Gerät ist. Wir erklären jede Zahl und rechnen sie in Euro um.

Wandgerät einer Klimaanlage in einem hellen Wohnzimmer, daneben ein Tisch mit Notizblock und Taschenrechner.
Die Antwort in 20 Sekunden

Das EU-Label nennt die Klasse (A+++ bis D), den SEER-Wert fürs Kühlen, den SCOP-Wert fürs Heizen, den Jahresverbrauch und die Lautstärke in dB(A). Ein Gerät mit SEER 6,1 und 2,5 kW Kälte braucht laut Labelformel etwa 143 kWh je Jahr, das sind bei 35 ct/kWh rund 50 €. Der Wert gilt für 350 Betriebsstunden im Teillastmix, nicht für Ihren Alltag.

Die Kurzantwort

Vergleichen Sie Geräte über den SEER-Wert. Höher ist besser. Der SEER sagt, wie viel Kälte ein Gerät aus 1 kWh Strom macht, gemittelt über eine typische Kühlsaison.

Drei Zahlen lesen Sie zuerst:

  1. SEER (Kühlen) und SCOP (Heizen).
  2. Jahresverbrauch in kWh.
  3. Schallleistungspegel in dB(A), für Innen- und Außengerät.

Das Label gilt in der EU für Klimageräte bis 12 kW. Es beruht auf der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 626/2011. Es hilft beim Vergleich. Es ist aber keine Stromrechnung für Ihre Wohnung.

Was auf dem Label steht

Das Label für fest installierte Klimaanlagen enthält nach der Verordnung:

AngabeBedeutung
Lieferant und ModellHersteller und Typbezeichnung
Effizienzklasse KühlenPfeil in der Skala A+++ bis D, bezogen auf SEER
Effizienzklasse HeizenPfeil in der Skala A+++ bis D, bezogen auf SCOP (bei Wärmepumpen-Geräten)
AuslegungslastDie Leistung, auf die das Gerät bei der Prüfung ausgelegt ist
Jahresverbrauch (kWh)Berechnet aus Auslegungslast, SEER und festen Betriebsstunden
SchallleistungspegelLautstärke in dB(A), für Innengerät und Außengerät

Quelle: Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011 (Beschreibung bei legislation.gov.uk). Das Label hat Kennzeichnungen für Kühlen (blau) und Heizen (rot).

Gut zu wissen: Mobile Geräte mit einem Abluftschlauch (Einkanalgeräte) haben ein eigenes Label. Es nutzt den EER bei einem festen Betriebspunkt, nicht den saisonalen SEER. Die Klassenskala dieses Labels haben wir nicht geprüft. Vergleichen Sie darum Einkanalgeräte nur untereinander. Siehe Mobile Klimaanlage.

Die Effizienzklassen

Die Klasse hängt am SEER-Wert. Nach der Verordnung gelten diese Grenzen:

KlasseSEER (Kühlen)
A+++8,50 oder höher
A++6,10 bis unter 8,50
A+5,60 bis unter 6,10
A5,10 bis unter 5,60
B4,60 bis unter 5,10
C4,10 bis unter 4,60
D3,60 bis unter 4,10

Beim Heizen (SCOP) liegt A+++ bei 5,10 oder höher und A++ zwischen 4,60 und unter 5,10. Die Grenzen der unteren Klassen haben wir hier nicht geprüft. Sie stehen in der Verordnung.

Die Skala auf dem Label ist A+++ bis D. Die Verordnung enthält in der Klassentabelle auch Werte für E bis G. Auf dem Label für Raumklimageräte erscheint die Skala bis D (Angabe aus der Verordnungsbeschreibung).

Wichtig: Die EU hat für viele Haushaltsprodukte ein neues Label mit Skala A bis G eingeführt. Bei Klimageräten gilt nach unseren Quellen weiter die Skala A+++ bis D. Wir haben keine Primärquelle gefunden, die eine Änderung für Klimageräte zeigt. Prüfen Sie Ihr Produkt direkt.

SEER und SCOP: was sie bedeuten

SEER steht für Seasonal Energy Efficiency Ratio (saisonale Leistungszahl im Kühlbetrieb). SCOP steht für Seasonal Coefficient of Performance (saisonale Leistungszahl im Heizbetrieb).

Die Zahl sagt: Wie viel Nutzenergie bekomme ich pro Einheit Strom?

  • SEER 6: Aus 1 kWh Strom entstehen im Schnitt 6 kWh Kälte.
  • SCOP 4: Aus 1 kWh Strom entstehen im Schnitt 4 kWh Wärme.

Der Unterschied zu EER und COP: Das sind Momentaufnahmen bei einer festen Bedingung. Der EER wird bei 27 °C Raumtemperatur und 35 °C Außentemperatur gemessen (Energie-Lexikon). Der SEER mittelt mehrere Punkte.

Wie wird gemessen?

Das Prüfverfahren steht in der Norm EN 14825 (Titel: Prüfung und Leistungsbemessung unter Teillastbedingungen und Berechnung der saisonalen Arbeitszahl). Das Prinzip:

  1. Der Hersteller misst das Gerät bei mehreren Teillast-Punkten. Für das Kühlen nennen Quellen vier Außentemperaturen: 35, 30, 25 und 20 °C.
  2. Jede Temperatur bekommt ein Gewicht nach ihrer Häufigkeit in einer Referenzsaison ("Bin-Methode").
  3. Aus den gewichteten Werten entsteht der SEER.

Das heißt: Ein Gerät, das bei Teillast gut arbeitet, bekommt einen hohen SEER. Das ist typisch für Inverter-Geräte.

Die Messung findet im Prüflabor statt, nach Herstellerangaben und mit dem Referenzklima der Verordnung. Wir haben nichts selbst gemessen.

Beispiel: Label lesen und in Euro umrechnen

Wir rechnen mit der Formel, auf der der Labelwert beruht. Quellen nennen als Basis 350 Betriebsstunden Kühlen im Jahr.

Jahresverbrauch = Auslegungslast × 350 h ÷ SEER

Beispiel mit 2,5 kW Auslegungslast und 35 ct/kWh (Beispielwerte):

KlasseSEERRechnungkWh/JahrKosten
B4,62,5 × 350 ÷ 4,6etwa 190etwa 67 €
A++ (Untergrenze)6,12,5 × 350 ÷ 6,1etwa 143etwa 50 €
A+++ (Untergrenze)8,52,5 × 350 ÷ 8,5etwa 103etwa 36 €

Aus der Tabelle lesen Sie: Zwischen B und A+++ liegen bei diesen Annahmen etwa 31 € pro Jahr. Ein höherer Mehrpreis für das Gerät zahlt sich dann erst nach vielen Jahren aus. Nutzen Sie dafür den Stromkostenrechner.

Warum der Wert vom Referenzfall abweicht

Im Projekt-Referenzfall gilt: 2,5 kW Kälte, 0,63 kW Strom, 8 Stunden täglich, 60 Tage, 35 ct/kWh. Das ergibt 0,63 × 8 × 60 = 302 kWh und etwa 106 €. Das Label zeigt nur etwa 143 kWh. Die Unterschiede:

  • Betriebsstunden. 8 h × 60 Tage sind 480 Stunden, das Label rechnet mit 350 Stunden.
  • Last. Der Referenzfall nimmt Volllast (0,63 kW) über alle Stunden an. Das Label geht von Teillast aus. Im Alltag liegt die Last oft zwischen beiden.
  • Raum und Wetter. Ein Dachgeschoss mit Sonne braucht mehr als die Label-Annahme.

Darum gilt: Das Label vergleicht Geräte fair. Es sagt nicht, was Sie zahlen. Für Ihre Kosten rechnen Sie mit Stromverbrauch und Stromkosten.

Wichtig: Der Referenzfall ist ein Beispiel für die Obergrenze (Volllast). Der Verbrauch Ihres Geräts liegt in der Praxis meist darunter. Wir haben dafür keine Messreihe, es folgt aus der Teillast-Logik.

Lautstärke auf dem Label: dB(A)

Das Label nennt den Schallleistungspegel in dB(A), getrennt für Innen- und Außengerät. Das ist die Lautstärke der Quelle. Der Wert hängt nicht vom Raum ab.

Im Datenblatt steht oft zusätzlich der Schalldruckpegel in einem Abstand (häufig 1 m). Der Druckpegel ist leiser als der Leistungspegel, denn der Schall verteilt sich im Raum. Nach der Freifeld-Faustformel liegt der Druckpegel in 1 m Abstand etwa 8 bis 11 dB(A) unter dem Leistungspegel. Das ist eine Physik-Näherung. In einem echten Zimmer mit Wänden weicht es ab.

GrößeWas sie beschreibtWo Sie sie finden
SchallleistungspegelLautstärke der QuelleEU-Label
SchalldruckpegelLautstärke an einem Punkt, oft 1 mDatenblatt

Typisch für Innengeräte sind laut anderen Seiten dieses Projekts etwa 19 bis 40 dB(A) (Druckpegel). Prüfen Sie immer, welcher Wert gemeint ist. Mehr: Die leisesten Klimaanlagenfolgt und Klimaanlage im Schlafzimmer.

Worauf Sie noch achten müssen

  • SEER und SCOP gelten für das Gerät, nicht für die Anlage. Lange Leitungen, falsche Größe und schlechter Einbau mindern die Effizienz.
  • Der Kältemittelwert fehlt. Das Label sagt nichts über das Kältemittel. Siehe Kältemittel.
  • Verschiedene Modelle derselben Serie haben verschiedene SEER-Werte. Lesen Sie das Label des genauen Modells.
  • Online-Händler müssen das Label anzeigen. Die Verordnung nennt elektronische Labels für den Internetverkauf. Fehlt es, fragen Sie nach.
  • Mindestanforderungen. Zusätzlich gibt es Ökodesign-Anforderungen nach Verordnung (EU) Nr. 206/2012. Das Umweltbundesamt führt dazu ein Datenblatt. Die Zahlen haben wir nicht geprüft.

Wann es kippt

Das Label führt in die Irre, wenn:

  • Sie ein Gerät vergleichen, das für eine andere Leistung ausgelegt ist.
  • Sie Einkanal-Geräte und Split-Geräte direkt nach Klasse vergleichen.
  • Sie die Klasse mit dem echten Verbrauch gleichsetzen.
  • Sie einen sehr hohen SEER als einzigen Grund nehmen und die Lautstärke ignorieren.

Häufige Fragen

Welche Energieeffizienzklasse sollte eine Klimaanlage haben?

Eine feste Mindestklasse gibt es für Ihren Kauf nicht. Je höher der SEER, desto weniger Strom. Beispielrechnung: Zwischen SEER 4,6 und 8,5 liegen bei 2,5 kW etwa 31 € Stromkosten pro Jahr. Entscheiden Sie mit dem Mehrpreis.

Was ist der Unterschied zwischen SEER und EER?

Der EER gilt für einen Betriebspunkt, zum Beispiel 35 °C außen. Der SEER mittelt mehrere Punkte über die Saison. Der SEER bildet den Alltag besser ab.

Was bedeutet SCOP?

Der SCOP ist die saisonale Leistungszahl beim Heizen. SCOP 4 heißt: aus 1 kWh Strom werden im Schnitt 4 kWh Wärme. Er gilt nur für Geräte mit Heizfunktion. Mehr auf Kühlen und Heizen.

Warum ist mein Verbrauch höher als auf dem Label?

Das Label rechnet mit 350 Stunden und Teillast im Referenzklima. Ein Dachzimmer, lange Betriebszeit oder ein sehr kalter Zielwert erhöhen den Verbrauch. Siehe Stromverbrauch und Stromkosten.

Zeigt das Label die Lautstärke im Raum?

Nein, es zeigt den Schallleistungspegel der Quelle. Der Pegel im Raum hängt von Entfernung und Raum ab. Im Datenblatt steht oft der Druckpegel.

Haben mobile Klimageräte auch ein Label?

Ja, ein eigenes für Einkanal- und Zweikanalgeräte. Es nutzt EER und COP bei festem Betriebspunkt. Vergleichen Sie diese Geräte nur untereinander.

Quellen

  • Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011, Energiekennzeichnung von Raumklimageräten – https://www.legislation.gov.uk/eur/2011/626 – abgerufen Oktober 2026 (Beschreibung des Labels, Skala A+++ bis D, Pflichtangaben)
  • Klassentabelle SEER A+++ bis G nach Verordnung 626/2011 – https://magazin.klimaprofis.com/seer-scop-wert-klimaanlage/ – abgerufen Oktober 2026 (Sekundärquelle)
  • Energie-Lexikon (Dr. Rüdiger Paschotta) – Energy Efficiency Ratio, SEER – https://www.energie-lexikon.info/energy_efficiency_ratio.html – abgerufen Oktober 2026 (EER bei 27 °C innen und 35 °C außen)
  • DIN EN 14825 – Prüfung und Leistungsbemessung unter Teillastbedingungen – https://webstore.ansi.org/standards/din/dinen148252023de – Titel der Norm
  • Umweltbundesamt – Datenblatt Ökodesign Klimageräte, Verordnung (EU) Nr. 206/2012 – https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/481/dokumente/datenblatt_206-2012_klimageraete.pdf – nur als Fundstelle, Inhalt nicht geprüft
  • 350 Stunden Kühlbetrieb als Berechnungsbasis des Jahresverbrauchs – nach Sekundärquellen (Fachseiten), Primärtext der Verordnung nicht abgerufen

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