Feinklima
Kosten · Ratgeber

Stromverbrauch und Stromkosten einer Klimaanlage

Der Strom ist der Teil, den Sie jeden Sommer wieder zahlen. So rechnen Sie ihn aus und so lesen Sie das Datenblatt richtig.

Wandmontiertes Split-Innengerät in einem hellen Schlafzimmer, daneben ein Stromzähler als Symbol für den Verbrauch.
Die Antwort in 20 Sekunden

Ein Split-Gerät mit 2,5 kW Kälte braucht etwa 0,63 kW Strom, also rund 1,76 € bei 8 Stunden und 35 Cent je kWh. Das sind etwa 106 € je Sommer. Ein mobiles Gerät mit 2,0 kW braucht etwa 0,77 kW Strom, also rund 2,16 € und etwa 129 €. Ein sparsames Split-Gerät liegt im Teillastbetrieb oft deutlich darunter.

Die Formel

Stromkosten = Stromaufnahme in kW × Stunden × Preis je kWh.

Die Stromaufnahme steht im Datenblatt. Sie ist nicht die Kühlleistung. Ein Gerät mit 2,5 kW Kälte nimmt nur etwa ein Viertel davon als Strom auf. Der Rest der Kälte kommt aus der Umgebungswärme, die das Gerät nach draußen schiebt. Das Prinzip erklärt die Seite Funktionsweise.

Zwei Beispiele

Raum mit 25 m², 8 Stunden am Tag, 35 Cent je kWh.

GerätRechenwegPro TagBei 60 Tagen
Split, 2,5 kW Kälte, 0,63 kW Strom0,63 × 8 = 5,04 kWh; × 0,35 €1,76 €302 kWh, etwa 106 €
Mobil, 2,0 kW Kälte, 0,77 kW Strom0,77 × 8 = 6,16 kWh; × 0,35 €2,16 €370 kWh, etwa 129 €

Beim mobilen Gerät kommt an heißen Tagen weniger Kälte im Raum an. Es läuft also länger, damit es dasselbe schafft. Die wirklichen Kosten sind darum eher höher.

Die Stiftung Warentest nennt für Monoblock-Geräte bei 12 Stunden an 14 Tagen etwa 53 bis 67 € bei 40 ct/kWh. Das sind 168 Stunden. Daraus folgt ein Strombedarf von 132 bis 167 kWh, also etwa 0,8 bis 1,0 kW je Stunde (eigene Umrechnung). Das passt zu unserem Wert von 0,77 kW.

Rechnen Sie selbst

Stromkostenrechner
Stromkosten pro Jahr etwa

SEER: die Zahl für den ganzen Sommer

Die Stromaufnahme im Datenblatt gilt für einen festen Betriebspunkt. Im Alltag schwankt die Last. Darum gibt es den SEER (Seasonal Energy Efficiency Ratio, auf Deutsch: jahreszeitbedingte Leistungszahl). Er sagt, wie viel Kälte das Gerät über die Saison je kWh Strom liefert. Je höher der SEER, desto weniger Strom.

Das EU-Energielabel nennt den Verbrauch in kWh je Jahr. Er bezieht sich laut Verbraucherzentrale auf 350 Stunden Kühlbetrieb. Die Formel dahinter:

Jahresverbrauch (kWh) = Kälteleistung (kW) × Stunden ÷ SEER

Beispiel: 2,5 kW × 350 h ÷ 6 = 146 kWh.

Warum SEER niedriger ausfällt als der Betriebspunkt

Das Split-Gerät im Referenzfall nimmt 0,63 kW für 2,5 kW Kälte. Das ist ein Verhältnis von 2,5 ÷ 0,63 ≈ 4,0. Das ist die Effizienz bei voller Leistung. Der SEER liegt bei modernen Inverter-Geräten oft höher, weil sie meist nicht volle Leistung laufen.

Der Mechanismus: Ein Raum braucht nur an wenigen Stunden die volle Kälteleistung. Ein Inverter-Gerät (es regelt die Drehzahl des Verdichters stufenlos) fährt dann herunter. Bei Teillast arbeiten Verdichter und Wärmetauscher meist effizienter. Der SEER gewichtet mehrere Teillast-Punkte. Ein Gerät ohne Inverter schaltet dagegen ein und aus.

Der Referenzwert (0,63 kW) ist also eine obere Schätzung für ein Split-Gerät. Ein sparsames Gerät verbraucht im Sommer meist weniger.

Sommer-Bilanz: Was SEER ausmacht

Annahme (Beispiel): Gerät mit 2,5 kW Kälte, 8 Stunden, 60 Tage = 480 Stunden, 35 ct/kWh. Wir nehmen an, dass das Gerät in dieser Zeit im Mittel so viel Kälte liefert wie bei voller Leistung. Das ist eine Obergrenze. Es dient zum Vergleichen.

SEERRechenweg (kWh)Strom je SommerKosten je Sommer
42,5 × 480 ÷ 4300 kWh105 €
52,5 × 480 ÷ 5240 kWh84 €
62,5 × 480 ÷ 6200 kWh70 €
72,5 × 480 ÷ 7171 kWh60 €
82,5 × 480 ÷ 8150 kWh53 €

Der Wert bei SEER 4 entspricht unserem Referenzfall (etwa 106 €). Ein Gerät mit SEER 8 spart gegenüber SEER 4 etwa 52 € je Sommer.

Zum Abgleich: Die Stiftung Warentest rechnet über 15 Jahre mit Stromkosten fürs Kühlen von 780 bis 1.800 € je nach Gerät. Das sind etwa 52 bis 120 € je Jahr (780 ÷ 15 und 1.800 ÷ 15). Das liegt im gleichen Bereich. Die Annahmen der Warentest-Rechnung konnten wir nicht vollständig prüfen.

Strompreis: 30, 35 oder 40 Cent

Der Strompreis wirkt direkt auf die Kosten. Laut BDEW lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 bisher bei 37,0 ct/kWh (Herbst 2026). Der Wert in Ihrem Vertrag kann anders sein.

Gerät, je SommerStrom30 ct/kWh35 ct/kWh40 ct/kWh
Split, Referenz (SEER 4)302 kWh90,60 €105,70 €120,80 €
Split, sparsam (SEER 6)200 kWh60,00 €70,00 €80,00 €
Mobil, Referenz370 kWh111,00 €129,50 €148,00 €

Rechenweg: kWh × Preis je kWh. Beispiel: 200 kWh × 0,40 € = 80 €.

Der Strompreis verschiebt das Ergebnis weniger als die Wahl des Geräts. Der Unterschied zwischen 30 und 40 ct beträgt beim Referenz-Split etwa 30 €. Der Unterschied zwischen SEER 4 und SEER 8 beträgt etwa 52 €.

Solarstrom: Wie viel Sie mit PV sparen

Eine Photovoltaik-Anlage (PV) erzeugt im Sommer viel Strom, wenn die Klimaanlage laufen soll. Das passt gut zusammen. Doch die Sonne scheint nicht in den Abendstunden, wenn viele Menschen schlafen und kühlen wollen.

Wie Sie den Wert berechnen: Eigenverbrauch spart den Netzstrompreis. Sie verzichten aber auf die Einspeisevergütung. Die Bundesnetzagentur nennt für neue Dachanlagen bis 10 kW mit Teileinspeisung 7,70 ct/kWh (gültig 1. August bis 31. Dezember 2026). Der echte Vorteil je selbst genutzter kWh ist also etwa 35 − 7,7 = 27,3 ct.

Beispiel (SEER 6, 200 kWh je Sommer, Netzpreis 35 ct):

Anteil SolarstromRechenwegKosten je Sommer
0 % (nur Netz)200 × 0,35 €70,00 €
50 %100 × 0,35 € + 100 × 0,077 €42,70 €
80 %40 × 0,35 € + 160 × 0,077 €26,32 €

Bei den 50 % und 80 % zählen wir die entgangene Einspeisevergütung als Kosten. Wenn Ihre PV-Anlage älter ist und eine andere Vergütung bekommt, rechnen Sie mit Ihrem Satz.

Die Annahme 50 % oder 80 % ist nicht belegt. Sie hängt von Ausrichtung, Wetter und Ihren Zeiten ab. Ein Speicher oder Vorkühlen am Nachmittag erhöht den Anteil. Mehr: Klimaanlage und Photovoltaikfolgt.

Wichtig: Eine Pauschale wie „die PV-Anlage deckt 70 bis 80 % des Strombedarfs“ findet sich in Ratgebern von Anbietern. Wir konnten sie nicht unabhängig belegen. Prüfen Sie Ihren Fall.

Standby und Zusatzverbrauch

Auch ein ausgeschaltetes Gerät kann Strom ziehen. Wie viel, steht im Datenblatt. Rechenbeispiel mit einer Annahme von 5 Watt (Beispiel, nicht belegt für Ihr Gerät): 5 W × 24 h × 305 Tage = 36,6 kWh, das sind etwa 12,80 € bei 35 ct. Ein Stecker mit Schalter oder die Abschaltung am Winter-Ende kann dann sinnvoll sein. Fragen Sie vorher den Hersteller. Beim Heizen im Winter ist die Anlage ohnehin in Betrieb.

So sparen Sie Strom

  • Temperatur nicht zu niedrig stellen. 24 bis 26 °C reichen vielen Menschen. Wie viel Prozent jedes Grad ausmacht, konnten wir nicht belegen. Der Verbrauch sinkt aber mit weniger Temperaturunterschied.
  • Sonne aussperren. Außenjalousien oder Rollläden halten Wärme draußen. Siehe Sonnenschutzfolgt.
  • Filter sauber halten. Ein schmutziger Filter bremst die Luft und erhöht den Verbrauch. Siehe Reinigen.
  • Tür und Fenster schließen. Sonst kühlen Sie die Umgebung.
  • Inverter-Gerät wählen. Es läuft im Teillastbetrieb sparsamer.
  • Gerät richtig dimensionieren. Ein viel zu großes Gerät schaltet oft an und aus. Siehe Welche Leistung.

Mehr: Klimaanlage richtig einstellen und Effizient kühlenfolgt.

Wann es kippt

  • Sie kühlen mehr als 60 Tage. Bei 120 Tagen verdoppeln sich die Kosten im Beispiel.
  • Sie nutzen ein mobiles Gerät bei offenem Fenster. Warme Luft strömt nach. Das Gerät kühlt sie neu. Die Stiftung Warentest nennt diesen Effekt als Grund für die schlechte Effizienz.
  • Sie haben einen alten oder schwach gewarteten Split. Verbrauch und Kosten steigen.
  • Der Strompreis steigt. Jeder Cent mehr kostet im Referenzfall etwa 3 € je Sommer (302 kWh × 0,01 €).

Häufige Fragen

Wie viel kostet es im ganzen Sommer?

Das hängt an Ihren Tagen. Im Referenzfall (60 Tage, 8 Stunden, 35 ct) sind es etwa 106 € beim Split und 129 € beim mobilen Gerät. Mit dem Rechner oben setzen Sie Ihre Zahlen ein.

Was kostet eine Betriebsstunde?

Der Referenz-Split kostet 0,63 kW × 0,35 € = 22 ct je Stunde. Das mobile Gerät kostet 0,77 × 0,35 = 27 ct je Stunde. Ein sparsames Gerät mit SEER 6 kommt im Beispiel auf 2,5 ÷ 6 = 0,42 kW, also etwa 15 ct je Stunde.

Verbraucht der Standby-Betrieb viel?

Das hängt vom Gerät. Der Wert steht im Datenblatt. Rechnen Sie mit der Formel: Watt × Stunden ÷ 1.000 × Preis. Über ein Jahr können es einige Euro sein.

Was bedeutet der Verbrauch auf dem Energielabel?

Er gilt für 350 Betriebsstunden im Jahr und für ein Gerät mit der angegebenen Leistung. Ihre Stunden und Ihr Raum weichen ab. Rechnen Sie darum mit Ihren Werten. Siehe Energielabel.

Wie viel spart eine PV-Anlage?

Das hängt vom Eigenverbrauchsanteil. Im Beispiel sinken die Kosten bei 80 % Solarstrom von 70 € auf etwa 26 €. Die Zahl ist ein Rechenbeispiel, kein Messwert.

Ist ein Inverter-Gerät immer sparsamer?

Meist ja, weil es bei Teillast effizienter arbeitet. Prüfen Sie aber den SEER im Datenblatt. Er sagt mehr als das Wort „Inverter“.

Quellen

  • BDEW: Strompreisanalyse Herbst 2026 – https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/ – Stand Oktober 2026
  • Verbraucherzentrale: Klimaanlage installieren, was ist zu beachten (Energielabel, 350 Stunden, SEER) – https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/energetische-sanierung/klimaanlage-installieren-was-ist-zu-beachten-10525 – abgerufen Oktober 2026
  • Stiftung Warentest: Klimageräte im Test (Stromkosten über 15 Jahre) – https://www.test.de/Klimageraete-im-Test-4722766-0/ – abgerufen Oktober 2026
  • Stiftung Warentest: Mobile Klimaanlagen im Test – https://www.test.de/Mobile-Klimaanlagen-im-Test-Flexibel-aber-wenig-effizient-6228399-0/ – abgerufen Oktober 2026
  • Bundesnetzagentur: Einspeisevergütung EEG – https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html – abgerufen Oktober 2026

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